Psychotherapie-Impulse: Das Andere

Torsten Sannwald | persönlicher und business Coach aus Hamburg für Depressionen, Paartherapie, Mobbing, Burnout und Co.

Torsten Sannwald - Coaching, Psychotherapie (HPG)

Torsten Sannwald

Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, Coach
040-46.08.34.11
mail@sannwald-klaert.de

Das Andere

Man verliebt sich, man lernt sich kennen, man entscheidet sich zusammen zu bleiben „bis dass der Tod Euch scheidet“ und man besiegelt dieses Versprechen „am schönsten Tag des Lebens“ vor Gott, vor Freunden und der ganzen Familie. Wobei die Frage erlaubt sein muss, was, wenn die Hochzeit bereits der schönste Tag im Leben ist, dann überhaupt noch kommen kann. Die irrige Annahme von vielen, es handele sich tatsächlich um den schönsten Tag, erzeugt den unglaublichen Druck, diesen Zustand unter allen Umständen halten zu müssen – Konflikte werden unterdrückt und Auseinandersetzung vermieden, um die Harmonie nicht zu gefährden. Über einen langen Zeitraum wird erduldet, geschluckt und Bedürfnisse anderweitig kompensiert bis – zumal wenn zwischenzeitlich Kinder da sind – man in der schleichend vollzogenen Entfremdung einen Zustand erreicht, in dem man fast gänzlich vergessen hat, warum man sich ursprünglich mal füreinander entschied.

Was liebt man eigentlich am anderen – und was nicht?

Worin besteht nun aber eigentlich das Konflikthafte? Meiner Erfahrung nach ist es jede Form einer unbekannten Seite, die man bisher nicht wahrgenommen hat und die sich plötzlich zeigt. Und man denkt sich: „Ach wenn ich das alles vorher gewusst hätte, hätte ich mir das mit der Hochzeit nochmal gründlich überlegt“. Mit einem Mal stellt sich die Frage, was man eigentlich am anderen liebt – und was nicht? Und mit einem Mal beginnt man zu unterscheiden in „gut“ und „schlecht“.

Streben nach nach dem Guten, nach dem Wahren, Echten

Wir alle streben nach der einen Seite – nach dem Guten, nach dem Wahren, Echten. So versuchen wir z.B. Krankheit zu vermeiden, trainieren mit diesem Ziel umso härter im Fitnessstudio und stellen auf gesunde Ernährung um. Wir versuchen den Alterungsprozess aufzuhalten, übermalen, unterspritzen und schneiden Störendes einfach weg. Ständig sind wir dabei uns zu optimieren, funktionieren tagsüber im Büro und leisten abends innere Einkehr im Yogastudio und gucken dann zur Entspannung Germany´s next Topmodel oder wer in den unzähligen Casting Shows sonst noch etwas am besten kann. Immer und überall wird sich nach dem Guten, Leistungsfähigen, nach messbarem Erfolg orientiert. Misserfolg findet vorzugsweise außerhalb von einem selbst statt und dient dort dann höchstens als Instrument der eigenen Aufwertung.

Hochzeit als lebenslanger Prozess des Suchens und Findens des Partners

Wir alle streben nach der einen Seite – und blenden die andere aus. Die Hochzeit als schönster Tag im Leben ist aber nicht Endpunkt partnerschaftlicher Zusammenseins im Sinne von „jetzt haben wir´s endlich geschafft“, sondern der Beginn eines im besten Fall lebenslangen Prozesses des Suchens und Findens des Partners – seines Verlierens und Rückgewinnens, seines Ablehnens und Annehmens. Es ist der lebenslange Prozess des Entdeckens des anderen in all seinen Facetten – sowohl den willkommenen als auch den unwillkommenen, mit denen es sich auseinanderzusetzen und die es als Wesensbestandteile des Anderen ebenfalls allmählich zu akzeptieren gilt: ein immerwährender Prozess des Kennenlernens, des Erkennens und des Lernens – manchmal mühsam, manchmal quälend, oft überraschend oder erhellend, aber immer spannend. Es ist eine Kultur des Neugierigseins und des Entdeckenwollens, das eine Beziehung lebendig und belebend hält. Und mit jeder Bewältigung einer Facette erklimmt man die nächste Sprosse der Beziehungsleiter, die nach oben führt – nämlich dauerhaft dort hin, wovon beide vor langer Zeit mal kurzfristig als „Himmel der Gemeinsamkeit“ teilhaftig geworden sind. Es ist dieses Emporklettern der gegeneinander gestellten Beziehungsleitern, was Sprosse für Sprosse Nähe und Vertrauen schafft.

Sich selbst schrittweise in all seinen Facetten erkennen und annehmen

Herausgelöst aus dem reinen Beziehungskontext, findet das Thema Konflikt seine formal gewaltige und umfassendste Behandlung in Goethes Faust. Faust, der EINSEITIG nach wissenschaftlichen, rationalem, funktionalistischem Erkennen „was die Welt im Innersten zusammenhält“, strebt, scheitert. Erst im Pakt mit dem Teufel, der alles verkörpert, was er bislang ablehnte, erkennt er sich schrittweise selbst in all seinen Facetten. Erst das Annehmen eines „Du“ in Gestalt von Mephistoteles also, eines Nicht-Ichs, erlaubt ihm dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, auf die Spur zu kommen.

Was man am Partner ablehnt, ist in Wahrheit das, was man an sich selbst ablehnt

Kurz, man braucht ein „Du“, um sich selbst zu erkennen. Und alles, was man am Partner ablehnt, ist in Wahrheit das, was man an sich selbst ablehnt. Unter diesem Aspekt dient der Andere der eigenen Vervollkommnung und man müsste ihm im Grunde jeden Tag dafür danken, dass er den Weg gemeinsam mit einem durch Höhen und Tiefen geht, dass er einem trotz aller Schwierigkeiten nicht von der Seite weicht, dass er unerschütterlich da ist „in guten wie in schlechten Tagen“. Ich glaube nicht, dass dieses Versprechen sich nur auf das persönliche Unglück bezieht, in dem einem der Partner beisteht. Sondern darauf, dass man auch durch die wiederkehrenden, beiderseitigen Konflikte gemeinsam hindurchgeht, zusammenbleibt und aneinander wächst.

Termin zur Paarberatung in Hamburg

Welche „andere“ Seite stört Sie an Ihrer Partnerin/Ihrem Partner? Lassen Sie uns drüber sprechen.

Telefon: 040-46.08.34.11.

Oder per Kontaktformular:

Ihr Name

Ihre E-Mail-Adresse

Ihre Telefonnummer

Ihr Terminwunsch/Nachricht

SO FINDEN SIE MICH

Merkurhof

Kaiser-Wilhelm-Straße 89
20355 Hamburg
040-46.08.34.11
mail@sannwald-klaert.de

Meine Praxis liegt zentral in der Hamburger Innenstadt schräg gegenüber der Laeiszhalle im MERKURHOF, Kaiser-Wilhelm-Str. 89.

Sie kommen mit dem Auto? Die Parkplatzsituation ist schwierig. Stellen Sie dann am einfachsten Ihr Auto im Parkhaus Holstenwall ab. Denn der Fußweg beträgt ca. 5 min.

Die Haltestelle „Johannes-Brahms-Platz“ der Buslinie 3 ist direkt vor dem Haus. Fahren Sie daher mit der U2 bis Gänsemarkt (Ausgang Caffamacherreihe), der Fußweg liegt bei ca. 5 min.