Skalierung

Die Skalierung bezeichnet in der Psychologischen Diagnostik die Skalenbildung durch Normierung. Bei der Normierung wiederrum wird in der Psychologischen Diagnostik eine Umrechnungsskala erarbeitet, die Rohwerte zu Normwerten umwandelt. Auf diese Weise wird die Vergleichbarkeit von individuellen Testergebnissen und einer repräsentativen Vergleichsgruppe hergestellt. Es wurden beispielsweise Intelligenztests mit einer spezifischen Personengruppe, nehmen wir mal an, mit Abiturienten durchgeführt. Deren Ergebnisse können nun mit der Intelligenzverteilung der entsprechenden Gruppe – die aus der Normentafel ersichtlich ist – verglichen, kategorisiert und gedeutet werden.

Man geht davon aus, dass die psychologischen Merkmale in einer Normalverteilung vorliegen, und das Maß an Differenz vom Resultat vom mittleren Bereich der Bezugseinheit bei der Interpretation die aussagefähige Größe ist. Die Interpretationen formulieren dann Aussagen wie „über dem Durchschnitt“, „Durchschnitt“ oder „unterhalb des Durchschnitts“, wobei sich die Interpretation thematisch nach dem jeweiligen Merkmal richtet. In den meisten Fällen stellt der Mittel- oder Durchschnittsbereich einer Abweichung vom Standard dar, wobei dieser Grenzwert aber nicht psychologisch motiviert ist.

Um extreme Ausprägungen mit Sicherheit interpretieren zu können, werden in Tests deshalb mitunter Abweichungen von zwei oder drei Standardabweichungen verlangt. Für ein aussagekräfiges Testverfahren und seine Relevanz in der Praxis ist die Anwendung einer Normierung ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Jeder psychologische Test erfordert die Angabe, für welche Zielgruppe und welche diagnostische Entscheidung dieser Test ein gültiges Messinstrument sein soll. Die erzielten empirische Ergebnisse sind im Test-Manual zu niederzulegen. Bei der Normierung entscheidend für die Nützlichkeit des Testverfahrens sind seine Art, seine Aktualität und seine Güte.

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