Eheberatung Therapie Hamburg

Doch Kriege gibt es immer noch – nach einer in der Zeitschrift Economic History Review erschienenen Studie von Nikolaus Wolf und Mark Harrison hat die Zahl der Kriege seit 1870 stetig zugenommen. Bis 2001 ist sie durchschnittlich pro Jahr um 2,25 Prozent gestiegen. Auch Krebs gibt es immer noch – 2020 warnt die WHO: Krebserkrankungen werden sich bis 2040 verdoppeln. Armut gibt es immer noch – laut Bericht im Global Humanitarian Overview 2021 der Vereinten Nationen (UN) erreicht die Zahl der Menschen, die nur noch durch die Unterstützung karitativer Organisationen überlebensfähig sind, 2022 mit 235 Millionen einen neuen Höchststand. Hunger gibt es immer noch – das World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen (UN) gibt 2021 bekannt, dass im Jahr 2020 mit 768 Millionen Menschen, die weltweit an Hunger litten, ebenfalls ein neuer Höchststand erreicht war. Die Klimakrise gibt es immer noch – laut Weltklimarat (IPPC) wird die Erderwärmung um mindestens 0,2 °C pro Dekade weiter ansteigen. In unzähligen Studien liegen die kausalen Zusammenhänge schon seit Jahrzehnten offen auf dem Tisch: Verheizen fossiler Brennstoffe führt zu erhöhter Abgabe von Kohlendioxid in die Atmosphäre, führt zur Erderwärmung durch die Bildung einer Glocke, unter der Wärme nicht mehr nach oben aufsteigen kann – führt zum Abschmelzen der Pole, führt durch die Minimierung der weißen Flächen zu immer weniger Wärmeabstrahlung, führt zum Auftauen der Permafrostböden, führt zur Freisetzung von Methan, führt zu immer rasanterer Aufheizung des Klimas und so weiter. Aber warum kommen wir trotzdem nicht ins Handeln?

Physis vs. Metaphysis

Welcher unsichtbare Mechanismus wirkt so stark, dass wir entgegen aller Warnungen, Mahnungen und wissenschaftliche Beweise trotzdem mit Vollgas auf unseren eigenen Untergang zurasen? Ich analysiere in diesem Buch nicht ein weiteres Mal, wie furchtbar der Zustand der Welt ist, warne nicht schon wieder, dass es bereits fünf nach zwölf ist und die Menschheit sich jetzt endlich in Gang kommen müsse, sondern versuche umgekehrt den Zustand des Menschen und der Welt als Ausdruck eines dahinterliegenden Mechanismus zu deuten. Denn, wie die alten Griechen schon wussten, ohne Deutung bleibt alles ohne Be-Deutung. Ihr Begriff für die Natur war Physis. Aber unsere sichtbare Welt der Erscheinungen war für sie immer nur A u s d r u c k von etwas Unsichtbarem – von etwas hinter der Natur Liegendem – Prinzipien, die eben nicht wissenschaftlich erforschbar sind. Dieses unsichtbare Reich hinter der sichtbaren Welt nannten sie entsprechend Meta-Physis.

Wie oben, so unten

Um hinter das Geheimnis der Metaphysik zu kommen, beobachteten sie Leben in der Natur auf ihren unterschiedlichsten Ebenen, verglichen sie und leiteten aus den Übereinstimmungen allgemeingültige Prinzipien ab, die für das Leben in all seinen Erscheinungsformen gelten. Sie erkannten dabei „Wie innen so außen, wie oben so unten“ – die Erkenntnis, dass das, was im Großen passiert, sich entsprechend auch auf einer kleineren Ebene vollzieht und umgekehrt. Sprich, wenn ich z. B. die Psychologie der Krise einmal grundsätzlich verstanden habe, bin ich sowohl in der Lage, die Krisen meiner Klienten im Kleinen zu lösen, als auch dasselbe Wissen auf Krisen größeren Maßstabs anzuwenden – wenn ich z. B. die wirkliche Dynamik hinter den Streitereien eines Paares kenne, ist mir auch klar, um was es in Kriegen zwischen Völkern geht. Nur soviel: vordergründig geht es um Land, Bodenschätze oder bestimmte Rechte – aber in Wahrheit geht es immer um etwas anderes.

Alles ist im Einen

Für alles was es auf der Welt gibt, findet sich auf jeder Ebene des Daseins eine Entsprechung. Ein Gedanke, der erst mal nur schwer verständlich ist, aber im „wie im Himmel, so auf Erden“ des Vaterunsers wieder auftaucht und dem auch Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse in seinem 1922 erschienenen Roman Siddharta folgt, in dem sich der Titelheld am Ende an den Fluss zurückzieht, weil er im Fluss seinen Meister erkennt, der ihn alles über das Leben lehrt. Diese Erkenntnis macht aus Siddartha den Buddha – den „Erwachten“, der aus dem Dämmerzustand seiner Projektionen heraustritt und bewusstwird, eins zu sein mit Allem-was-ist. Folgt man Hesse, den Lehren des Buddhismus oder denen von Jesus Christus sind Glück, Erleuchtung, Erfüllung, Frieden oder wie immer man diesen Zustand auch nennen möchte nie im Außen, in Geld, Ruhm oder Besitz zu finden, sondern sind gerade immer Ergebnis des Loslassens von allem äußerlichen – sind Ergebnis eines Durchschauens der konkreten Welt des Sichtbaren und der Ein-Sicht, dass „Ich und Du“ und „Ich und Welt“ in Wirklichkeit nicht getrennt, sondern Alles-im-Einen ist.

Paartherapie Hilfe Hamburg

Die Umwendung

Von diesem Zustand ist die Menschheit aber so weit entfernt wie nie zuvor, denn sie befindet sich mitten in einer globalen Klimakatastrophe. Das Wort Katastrophe ist schon wieder griechisch und heißt übersetzt „Umwendung“. Wenn wissenschaftliche Beweise es nicht schaffen, dass die Menschheit sich um- und die Katastrophe noch abwendet, dann muss hier zur Lösung etwas fehlen. Worin das Fehlende liegen könnte, damit sich die Menschheit umwendet und aus der Sackgasse wieder herausfindet, das ist Thema dieses Buches.

Aber um die Frage zu beantworten, was den Menschen veranlasst sich umzuwenden, ist es nötig, etwas weiter auszuholen – was die Antwort auf den ersten Blick komplex erscheinen lässt. Aber auf den zweiten Blick ist eigentlich alles so einfach …

Eigentlich.

Comments are closed